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A.T. Kearney untersucht strategische Prioritätenliste der
Bau-, Stahl-, Metall- und Engineering-Industrien ein Jahr
nach Beginn der Krise
Trotz Krisenbewältigung: Wachstum zurück auf der Agenda

Wien, 04. Februar 2010

Die Bewältigung der Wirtschaftskrise wird auch 2010 für die Bau-, Stahl- und Metallindustrie sowie den Maschinen- und Anlagenbau oberste Priorität haben. Erreicht werden soll dies durch die Senkung der Beschaffungs- und Verwaltungskosten, die Optimierung des Nettoumlaufvermögens sowie die Anpassung von Produktionskapazitäten. Trotz anhaltender Krisenbewältigung keimt mit der Aussicht auf Wachstum in neuen regionalen Märkten für 2010 auch Optimismus auf. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Top-Management-Beratung A.T. Kearney, die auf Basis einer Befragung unter Unternehmen der Bau-, Stahl- und Metallindustrie sowie des Maschinen- und Anlagenbaus durchgeführt wurde. Dazu wurden im Zeitraum Mitte Dezember bis Anfang Januar Top-Manager führender Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt.

Als exportorientierte Volkswirtschaft ist Österreich besonders hart von der Wirtschafts- und Finanzkrise getroffen worden – allen voran die Bau-, Stahl- und Metallindustrie sowie der Maschinen- und Anlagenbau. Inzwischen haben die meisten Unternehmen auf die Krise reagiert und die erforderlichen Kurzfristmaßnahmen ergriffen, um ihre finanzielle Position wieder zu stabilisieren. „Allerdings ist fraglich, ob die Unternehmen alle Maßnahmen, die für eine nachhaltige Krisenbewältigung erforderlich sind, bereits abgeschlossen haben“, sagt der für die Studie verantwortliche A.T. Kearney-Partner Prof. Dr. Alexander Malkwitz.

Krisenbewältigung bleibt Hauptanliegen

Eine aktuelle Befragung unter Top-Managern führender Unternehmen der Bau-, Stahl- und Metallindustrie sowie des Maschinen- und Anlagenbaus in Deutschland, Österreich und der Schweiz hat ergeben: Die Bewältigung der Krise und ihrer Auswirkungen hat auch 2010 noch höchste Priorität. Das zeigt die Relevanz, die die Teilnehmer etwa einer Senkung des Nettoumlaufvermögens beimessen; Mit einem Wert von 3,1 auf der vierstufigen Prioritätenskala der Befragung erzielte dieses Thema den zweithöchsten Wert. „Die meisten Firmen konnten durch eine fokussierte Steuerung ihrer Bestände, Forderungen und Verbindlichkeiten ihr Nettoumlaufvermögen deutlich reduzieren. Trotzdem bleibt dieses Thema weiterhin sehr wichtig; Der Fokus liegt dabei in der strukturellen Absicherung der erreichten Einsparungen“, erläutert Malkwitz. Auch die Reduktion der Verwaltungskosten hat für die meisten Unternehmen weiterhin hohe Priorität (3,0 auf der vierstufigen Prioritätenskala). Neben diesen Kurzfristthemen stehen verstärkt Restrukturierungsmaßnahmen etwa in Form von Kapazitätsanpassungen im Vordergrund, um die Organisation weiter zu straffen und an die gesunkene Marktnachfrage anzupassen.

Senkung der Beschaffungskosten hat Top-Priorität

Am wichtigsten erachten die Teilnehmer für 2010 allerdings eine Optimierung ihrer Beschaffungskosten. „In wirtschaftlich angespannten Zeiten ist es besonders wichtig, die Beschaffungskosten durch gezielte Initiativen zu reduzieren. Die hohe Bewertung in der Befragung darf allerdings nicht darüber hinweg täuschen, dass es sich dabei eigentlich um eine dauerhafte Herausforderung handelt, die nicht erst in Krisenzeiten akut werden darf“ erklärt Paul Barborka, Experte bei A.T. Kearney Österreich und Co-Autor der Studie.

Wachstumsthemen zurück auf der Agenda

Die Befragung offenbart indes auch Licht am Ende des Tunnels: Gleichauf mit einer Reduktion der Produktionskapazitäten ist für Unternehmen organisches Wachstum in neuen regionalen Märkten (2,7 auf der vierstufigen Prioritätenskala). Vor allem Länder wie China und Indien sind für zukünftiges Wachstum von strategisch wichtiger Bedeutung, da zu erwarten ist, dass diese Länder schneller als andere zur Wachstumsentwicklung aus Vorkrisenzeiten zurückkehren. Akquisitionen spielen für die befragten Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz hingegen eine untergeordnete Rolle. „Wir sehen die Gefahr, dass hiesige Unternehmen sich der aktuellen Chance, durch Akquisitionen die eigene strategische Position zu stärken, zu wenig bewusst sind. Im äußersten Fall kann dies dazu führen, dass ihnen Unternehmen aus anderen Ländern zuvorkommen und damit den Wettbewerb verschärfen“, erläutert Barborka.

Industrien unterscheiden sich nur wenig

Insgesamt ergibt die Umfrage ein vergleichsweise ähnliches Bild für die befragten Industrien. Überdurchschnittlich hoch haben die Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus allerdings die Senkung der Einkaufskosten sowie organisches Wachstum in neuen regionalen Märkten bewertet.

So schnell wie möglich Kurs auf Wachstum nehmen

Die Befragung zeigt, dass sich die Industrie viel vorgenommen hat. „Um zurück auf einen stabilen Wachstumspfad zu gelangen, sollten Unternehmen der Bau-, Stahl- und Metallindustrie sowie des Maschinen- und Anlagenbaus schnell aktiv werden und die Kurzfristmaßnahmen zur Krisenüberwindung rasch bewältigen. Nur so können sie wieder Kurs auf nachhaltiges Wachstum nehmen. Dabei sollten sie auch Schritte der Wettbewerber – vor allem der fernöstlichen Player –beobachten. Und nicht zuletzt kommt es für Unternehmen trotz des Risikos darauf an, stets wachsam zu sein gegenüber Möglichkeiten, durch gezielte Akquisitionen die eigene Wettbewerbsposition zu verbessern“, so Malkwitz abschließend.


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